Als Bernd Rech am 4. 1. 2003 das elterliche Landhaus in Eppelborn-Habach übernahm, hatte er seinen Meisterbrief in der Tasche und Wanderjahre in angesehenen Küchen hinter sich. Mit dieser Grundlage entschieden er und seine Frau, eine bodenständige, traditionelle Küche anzubieten – in einem Haus, das bislang vor allem mit einfachen Speisen wie Schinkenbrot oder Toast Hawaii assoziiert wurde. Ausgerüstet mit profundem handwerklichem Können begann das Paar, eine bezahlbare Küche zu etablieren, die fest in der Region verankert war.
Drei Jahre hatte Rech im Hotel Bareiss (Schwarzwald) verbracht, wo er in allen Bereichen von den traditionell geprägten Dorfstuben und bis zum Gourmetrestaurant unter Chefkoch Claus-Peter Lumpp tätig war. Anschließend zog es ihn ins 3-Sterne Restaurant Schloss Lerbach bei Bergisch-Gladbach. Hier lernte er auch seine Frau Carola kennen, die ihre Ausbildung im Service absolvierte. In Dortmund krönte Bernd Rech seine Ausbildung mit dem Meisterbrief. Es folgte eine Saison bei Josef Hubertus in Tholey, bevor es dann nach Habach ging.
Die Speisekarte ist saisonal geprägt. Im Mai beginnt die Jagd auf Rehe und der passionierte Jäger ist in seinem Element. In den eigenen Kühl- und Zerlegeräumen kann er die Tiere selbst zerteilen. Außer den prominenten Teilen wie Keulen oder Rücken entsteht hier die Basis für Füllungen, Ragouts und die Saucen. Denn gerade die bestimmen vor allem den Geschmack der Gerichte.
Deren Herstellung ist richtig aufwendig. Für den ersten Ansatz werden zerkleinerte Knochen und Wurzelgemüse angeröstet, Tomatenmark und Rotwein kommen hinzu, das Ganze wird 2 – 3 Stunden köcheln gelassen. Kräuter und Gewürze geben weiteren Geschmack. Alles wird abgesiebt und über Nacht abgekühlt. Am zweiten Tag werden Fleischabschnitte mit Wurzelgemüse angeröstet, mit Rotwein und Portwein abgelöscht und mit Jus vom Vortag aufgefüllt. Nach 2 Stunden Köcheln wird wieder abgesiebt und der Fond kaltgestellt. Im dritten Ansatz wird das Konzentrat, die „Demi-glace“, mit reichlich guten Zutaten (karamelisierter Zucker, roter Zwiebel, Rotwein, Kräuter, Balsamicoessig) verfeinert und um die Hälfte reduziert. Am Servicetag folgt der letzte Schliff: Nochmals einkochen und final würzen.
Fertig ist eine exzellente Sauce als Ergänzung zum Reh: Beispielweise zweierlei vom Reh mit Cassisfeigen und Kohlrabi oder Kartoffeltaschen, gefüllt mit Rehragout, und dazu frischer Spargel. Das Ziel ist, dem Gast ein begeisterndes „Wow“-Erlebnis zu bieten – und das gelingt.
Viele Gäste mögen die klassischen Hauptgerichte der Standardkarte wie Schnitzel vom Schwein oder Hühnchen (22,50 €), Cordon bleu vom Schwein (23,50), Wiener Schnitzel (32,50), Rumpsteak (36,50) veganes Hülsenfrüchtecurry (22,50) oder Forellenfilet (29,50). Alles ist bodenständig mit Pfiff. Bei den marktfrischen Salaten sticht der „Salat mit Backhähnchen“ (25) heraus. Die klassische Idee aus Südtirol wird allerdings nicht mit Kartoffelsalat sondern mit Wok-Gemüse serviert, dazu gehört ein gemischter Salat.
Vorneweg wird eine Auswahl feiner Vorspeisen angeboten: Löwenzahnsalat mit Ei und Speck (17,50), Kraftbrühe mit Pilzen und Kräuterklößchen (11,50), sowie geschmolzene Steinpilzravioli (22,50). Täglich gibt es Stammessen (Suppe und Hauptgericht, meist 5€ und 15,50€). Das regionale 4-Gänge Menü kostet 64,50, das vegetarische 4 Gänge Menü 49,50.
Über die Jahre hat sich Berd Rech ein Netz von Lieferanten geschaffen, die seinen Ansprüchen genügen: Vom Wackenberger Hof erhält er Salate, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Eier. Der Biohof ergänzt seine Wünsche mit ausgesuchten, teils weniger bekannten Gemüsesorten und bildet die Basis für Rechs Ideen - aktuell etwa Schwarzwurzelchips.
Fleisch kommt zum Großteil vom Keimbacher Hof. Mit der Metzgerei Stroh in Wadern hat er einen Partner gefunden, der ihm Würste nach seinen Vorstellungen liefert. Fisch stammt vom Forellenhof Rosengarten. Spargel, Erdbeeren und Beerenfrüchte bezieht er vom „Erdbeerland“. In der Küche kann er sich auf erfahrene, ausgebildete Köche verlassen, die mit Fingerspitzengefühl und Fachwissen arbeiten.
